Unterricht auf dem Bauernhof (neue Fotos)

Grundschüler in Lengerich erleben Landwirtschaft hautnah

Die Bauernhoftour – diese Exkursion zu außerschulischen Lernorten ist zu einem festen Bestandteil der Unterrichtsplanung für das Fach Sachunterricht im vierten Schuljahr der Grundschule Lengerich geworden. Der Landwirtschaftliche Ortsverein Lengerich der Vereinigung des Emsländischen Landvolkes (VEL) hatte vor vier Jahren erstmals zu dieser Aktion eingeladen, damit die Schülerinnen und Schüler Landwirtschaft hautnah erfahren können. Denn während vor zwanzig bis dreißig Jahren noch jedes auf dem Land aufwachsende Kind in der Nachbarschaft oder im Verwandten- bzw. Bekanntenkreis Erfahrungen auf dem Bauernhof sammeln konnte, ist dieses heutzutage aus verschiedenen Gründen nicht mehr selbstverständlich. Zum einen sinkt bekanntermaßen die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe, zum anderen sind vor allem die hygienischen Vorschriften und Maßnahmen auf den Höfen strenger geworden, so dass der Stall nur unter gewissen Voraussetzungen betreten werden kann.
Umso erfreulicher ist es, dass sich die vierte Klasse der Grundschule Lengerich jetzt wieder auf den Weg zu den Bauernhöfen machen durfte. Dabei sorgten die Landwirte Thomas Burrichter, Michael Niebur und Antonius Westerbecke sogar für den Transport. Pünktlich um kurz nach acht standen zwei Trecker mit Planwagen auf dem Busbahnhof der Grundschule bereit, um die 24 Schülerinnen und Schüler mit ihrer Klassenlehrerin und einer Praktikantin abzuholen.
Das erste Ziel der Bauernhoftour war der Hof Niebur, den Michael Niebur gemeinsam mit seinen Eltern bewirtschaftet. Die Mädchen und Jungen erlebten in Kleingruppen Unterricht auf dem Bauernhof – Lehrer waren Familie Niebur und Antonius Westerbecke. Im Bullenstall konnten die Kinder erfahren, was und wieviel ein Bulle frisst, wie schwer er sein muss, um zum Schlachthof verkauft werden zu können und welchen Preis der Landwirt für einen Bullen bekommt. Aber nicht nur theoretisches Wissen wurde vermittelt; die Kinder durften die Tiere anfassen und auch die Maissilage mit ihren Händen und der Nase begreifen und riechen. Von den imposanten Bullen ging es zu den kleineren Bio-Hühnern, welche auf dem Hof Niebur in Freilandhaltung leben und täglich ihre Eier legen. Nachdem die Schülerinnen und Schüler die grünen Schutzanzüge angezogen hatten, konnten sie im Stall genau beobachten, wo die Hühner die Eier legen, wie diese mit einem Förderband aus dem Stall transportiert werden, wie die Eier sortiert und auf Paletten gepackt werden. Sie erfuhren auch, dass es sich um Bioeier handelt, da die Tiere nach der strengen EU -Biohaltungsverordnung gehalten werden, Biofutter bekommen und auf alle Medikamente verzichtet wird. Beim anschließenden Frühstück im Haus der Familie Niebur durften die Kinder sich vom Geschmack der gekochten Bioeier überzeugen. Dazu servierten die Gastgeber Milchgetränke und frischen Apfelsaft aus eigener Herstellung.
Gut gestärkt ging es danach weiter mit dem Planwagen zum Hof Burrichter, den Thomas Burrichter gemeinsam mit seinen Eltern und seinem Bruder bewirtschaftet. Auch hier wurden natürlich wieder als hygienische Maßnahme saubere Schutzanzüge angezogen, bevor die Schweineställe betreten werden durften. Dort erläuterten Thomas Burrichter und Michael Niebur die Entwicklung vom Ferkel bis zum ausgewachsenen Schwein. Schon an der Temperatur in den einzelnen Ställen konnte man merken, ob es sich um neugeborene Ferkel oder ältere Tiere handelt: Je kleiner die Tiere sind, desto mehr Wärme brauchen sie. Das Interesse der Schülerinnen und Schüler galt natürlich besonders den niedlichen Ferkeln, welche sie vorsichtig auf den Arm nehmen durften. Einige Kinder konnten sogar ein 10kg schweres Ferkel bändigen. Sie beobachteten, wie die Ferkel von der Sau gesäugt werden und stellten viele Fragen. Besonders interessant war für die Kinder ebenso die Beobachtung, dass die Schweine auf dem Hof Burrichter mit Spielzeug in Form von Holzstücken, Ketten und Bällen beschäftigt werden. Natürlich thematisierten die Landwirte auch, dass die Schweine geschlachtet werden, wenn sie ein bestimmtes Gewicht erreicht haben. Um den Tieren einen tagelangen Transport zu ersparen, werden sie allerdings nur an Schlachthöfe mit „QS“ Siegel in der Umgebung verkauft.
Zum Abschluss des Vormittages grillten die Landwirte auf dem Hof Burrichter Wurst vom Schwein, welche sich alle gut schmecken ließen. Anschließend ging es pünktlich zum Unterrichtsende mit dem Planwagen wieder zurück zur Schule. 
Diese interessante Bauernhoftour und die Gastfreundschaft der beteiligten Familien werden der Klasse 4 noch lange in Erinnerung bleiben. Die Grundschule Lengerich bedankt sich ganz herzlich für das Engagement der Landwirte und hofft, dass auch die nächsten vierten Klassen in den Genuss der Bauernhoftour kommen dürfen.

 

Gruppenfoto

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